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Um die Jahrhundertwende, anno 1904
war Dümpten die erste Gemeinde hier,
Oberstleutnant Beuther, Bürgermeister zugleich,
regierte als erster im Königreich.
1910 warf man Vennepoth aus dem Reich heraus,
da war`s mit der Dümptener Einheit aus.
Ein Teil kam nach Oberhausen hin,
der andere blieb bei Mülheim drin.
Kirchlich geseh'n blieb zwar alles beim alten,
doch das Königreich musste sich neu entfalten.
Einen Schnitt durch Bewohner hat es gebracht,
auf Kosten der Bürger, so wird's halt gemacht.

Viel Land war hier, so weit man nur sah,
auch die Luft war damals noch rein und klar.
Auf der Weide man auch noch Kühe fand.
Geschlachtet wurde von eigener Hand.
Große Bauern wie Roland, Lepgeshof, Schroer und Oberfohren
waren alle hier im Königreich geboren.
Wie Fürsten lebten sie bei uns im Land.
Doch auch der letzte Kötter sein Brot hier fand,
man lebte von Hühnern, Schafen, Schwein,
den Garten beackerte man für sich allein.

So eilten die Jahre durch das Land,
Krieg, Inflation, auch Mord und Brand;
Das schüttelte ab man - mit einem Streich;
erhalten blieb doch unser "Königreich".
Nicht mehr wie früher, heut sehr modern,
unserm Königreich strahlte ein neuer Stern.
Wohnviertel, Schulen, Straßen baut man,
METRO und ALDI, die B 60 kam dann.
Wer erinnert sich noch wie's damals war?
Das ist ganz schön schwer, man kommt kaum noch klar.
Evangelischer Kirchturm baufällig zusammengekracht,
St. Barbara verschwand durch Bomben über Nacht.
Auch die Schildbergschule musste dem Luftterror weichen,
was wollte man damit nur erreichen.

Doch heut steht alles wieder groß und schön,
mit Stolz kann man diese Bauten beseh'n.
Als Wahrzeichen auch voll anerkannt
steht noch das Bürgermeisteramt.
Das Hexbachtal, was einst Sippken war,
ist aufgeforstet und jetzt wunderbar.

Wo einst dem Bauern Lugge sein Land
ein stattlicher Reiterhof entstand.
Der Wittkampbusch wurde mächtig frisiert,
der als Park natürlich zu Dümpten gehört.
Alle Buchenbäume durch Luftminen abgehauen,
heut kann man nur noch die Hülskrabben schauen.
Kein Strauch von 1913 mehr.
Doch kamen schöne Wege her.
Dort zu spazieren ist Hochgenuß,
denn der ganze Park ist jetzt prächtig in Schuß.
Die alte Dachziegelei lag lange schon still,
man fragte sich, was man dort machen will.
Heut ist ein Altersheim hingebaut.
An andrer Stelle wird's Wochenende laut,
es wurde ein Sportplatz hingebaut.
Ja, im "Königreich" man auf die Pauke haut.

Uns Alten tut es manchmal leid,
verschwunden ist die alte Zeit,
nichts mehr von Gemütlichkeit.
Keine Kuh frisst mehr am Wegesrand,
kein Hahn kräht mehr über grünes Land.
Pferdewagen ziehn nicht mehr des Weges dahin.
Randenbergs Mühle auch nicht mehr laufen will.

Tempo, Tempo, das ist die Zeit,
wo ist die Stille, die Ruhe, die Freud?
Doch wenn jetzt auch Sirenen ertönen,
und man meint man wär in'ner anderen Welt,
der Mensch sei auf den Kopf gestellt;
aber unsre Herzen schlagen doch alle gleich,
hoch lebe "Dümpten" unser "Königreich".

Dieses Gedicht wurde von Schwester Sr. M. Irmberte, geborene Elisabeth Tilch, verfasst. Sie wurde am 25.01.07 in Dümpten geboren. Sie war das dritte von sechs Kindern des Bergbauers Theodor Tilch und seiner Ehefrau Hedwig geb. Koppe. Als Ordensfrau war sie in der Kongregation der Schwester "Unserer lieben Frau" zu Mühlhausen bei Kempen-Krefeld als Lehrerin tätig, wo sie am 23.08.1990 starb.

Überarbeitet wurde dieser Text von unserem Ehrenmitglied Herrn Hanns-Joachim Schulz-Thomale.