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"Für die Dümptenerinnen und Dümptener beginnt hier und heute eine neue Epoche - nämlich eine neue Epoche der Verkehrsführung im "Königreich". Mit diesen Worten durchschnitt Bürgermeisterin Renate aus der Beek zusammen mit Baudezernentin Helga Sander am 2. August das symbolische rote Band und gab damit den Verkehr auf der Umgehungsstraße Dümpten, der Mannesmannallee, frei. So muss der von der A 40 kommende Verkehr nicht mehr durch den Ortsteil knattern, wenn er in die Stadt will, sondern kann - unschädlich für die Anwohner - die Umgehungsstraße durch das Gewerbegebiet nutzen.

27 000 Fahrzeuge befuhren vor Baubeginn die Mellinghofer Straße. Das war eine erhebliche Belastung für die Anwohner. "Viele Bürger hatten die Schlafzimmer zur Mellinghofer Straße. Räume, die jetzt endlich dem Wort "Schlafzimmer" gerecht werden. Denn an Schlafen ist vielfach kein Denken gewesen", freut sich Dirk Holger Hübner, der Vorsitzende des Dümptener Bürgervereins über die Fertigstellung. Die Beharrlichkeit des Dümptener Bürgervereins mit seinem Vorsitzenden Dirk Holger Hübner ist es mit zu verdanken, dass das ehrgeizige Ziel nach fast 20 Jahren erreicht werden konnte. Der Bürgerverein hatte Verkehrszählungen durchgeführt, hatte Unterschriften gesammelt und immer wieder mit der Stadt über die Problematik diskutiert.

Was die Geschäftsleute eher kritisch sahen, begrüßt Hübner. "Anfang der 90er Jahre hielten alle die Idee für Utopie. Jetzt ist Verkehrsberuhigung Wirklichkeit geworden." Man habe bei allen Beteiligten - ob Verwaltung oder Politik - ein offenes Ohr gefunden, meinte der Vorsitzende des Dümptener Bürgervereins.

Den Arbeitern an der neuen Umgehungsstraße sei, so die Bürgermeisterin, eine "Punktlandung" gelungen, denn der bereits bei der Vergabe der Arbeiten vorausgesagte Tag der Fertigstellung sei eingehalten worden. 22 Mio DM habe die gesamte Baumaßnahme verschlungen, ergänzte Baudezernentin Helga Sander. "Allein der 4. Bauabschnitt kostete 2 Mio Euro. Und das für ganze 350 Meter". Doch das Geld wurde nicht nur für die Straßendecke ausgegeben. Viele Arbeiten seien gar nicht sichtbar. So mussten Kanäle umgebaut werden, die Signaltechnik in den Boden "vergraben" werden. Außerdem wurden die Straßenbahnschienen verlegt, um einen besseren Verkehrsfluss zu gewährleisten. "Mit dieser Verbindung wird das nahe gelegene Gewerbegebiet auch für den nicht motorisierten sehr günstig erschlossen", sagte die Bürgermeisterin. Wichtig für die Firmen sei die direkte Anbindung an die überregionalen Verkehrswege wie die A 40, ergänzte die Baudezernentin.

Vor allem der vierte und letzte Bauabschnitt war für viele eine Belastung. Der Verkehr in Richtung Oberhausen musste für zwölf Monate großräumig umgeleitet werden. Viele Anwohner und Geschäftsleute führen sich deshalb von der Welt ein wenig abgeschnitten. Der Pluspunkt der Teilsperrung bestand aber darin, dass die Bauzeit um fünf Monate reduziert werden konnte.

Um für die Anwohner an der Beuther- und in Teilen auch an der Mellinghofer Straße eine Reduzierung der Lärmbelästigung zu erreich, wurde zwischen der südlichen Autobahnanschlussstelle und dem Hotel Kuhn eine Lärmschutzwand errichtet.

Die Erleichterung, dass die Mannesmannallee nun vollendet ist, war an dem großen Besucherandrang abzulesen, die Freigabe der Umgehungsstraße gekommen waren. Denjenigen, denen die Mellinghofer Straße jetzt zu ruhig werden könnte und die das geplante Durchfahrtsverbot in Höhe des Zehntweges ablehnen, kündigte Renate aus der Beek eine Verkehrszählung im September/Oktober an, um die Wirksamkeit der Umgehungsstraße anhand aktueller Verkehrszahlen nachzuweisen. "Erst danach wird die bereits beschlossene Netzsperre an der Kreuzung Mellinghofer Straße/Zehntweg einer konkreten Überprüfung unterzogen."

Im Anschluss an die Freigabe hatten die erschienen Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, bei einem kleinen Umtrunk Gedanken auszutauschen und die Freigabe der Umgehung zu feiern.