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Ansprache der Oberbürgermeisterin der Stadt Mülheim an der Ruhr Frau Dagmar Mühlenfeld anlässlich der Einweihung des dritten Bauabschnittes der Umgehungsstraße - der Mannesmannallee - in Dümpten am 19. März 2004.

Meine sehr geehrten Herren und Damen! "Mülheim an der Ruhr baut Zukunft " Neue Dimension Dümpten" unter diesem Motto steht mit Recht die größte Straßenbaumaßnahme dieses Jahrzehntes in unserer Stadt.

Wir haben uns hier zur Freigabe des 3. Bauabschnittes - zwischen Schultenhofstraße und südlicher Autobahnanschlussstelle der A 40 / Ausfahrt Dümpten - eingefunden.

Ich danke Ihnen, dass Sie meine Einladung zur heutigen Veranstaltung angenommen und eine Teilnahme ermöglicht haben. Die gesamte Baumaßnahme der Umgehungsstraße begann - so möchte ich in Erinnerung rufen - mit dem 1. Spatenstich am 25. Juni 2001. Seither wurden viel Arbeit, Kraft und Geld eingesetzt, um den Stadtteil Dümpten entscheidend positiv zu verändern. Von Anfang an gefördert wird die Umgehungsstraße mit beträchtlichen Mitteln des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen, wofür ich an dieser Stelle sehr herzlich danke.

Das vorhandene Stadtteilzentrum Dümpten, das sich hauptsächlich an der Mellinghofer Straße und deren Seitenstraßen gebildet hat, wird vom Verkehr entlastet, der dort künftig vermieden wird. So werden für die dortigen Händler, Dienstleister und Gastronomen die Rahmenbedingungen entscheidend verbessert - und auch das Umfeld für alle, die dort wohnen.

Mit der Umgehungsstraße wird erreicht, dass Kunden, Mitarbeiter und Lieferanten noch schneller und direkter zu den vorhandenen und noch anzusiedelnden Unternehmen kommen.

Umwege werden vermieden - was die Straßen freier und die Fahrer froher macht. Damit wird ein zusätzlicher Standortvorteil für neue Unternehmen geschaffen... ...im Bereich des (großflächigen) Einzelhandels am Heifeskamp genauso wie auf den Flächen des Mannesmannbereiches, die wir unter dem Kürzel "SMH" kennen. Entlang der schon fertiggestellten Straßenabschnitte weisen Hinweisschilder auf Flächen für neu weiter anzusiedelnde Unternehmen hin. Sie profitieren dann ebenfalls von besseren Bedingungen.

Und angesichts der konkreten und zielführenden Diskussionen über neue Gewerbeansiedlungen hier am Heifeskamp ist es sicher ein wichtiges Argument, dass Kunden und vor allem Anlieferer mit schweren LKWs nur einen "Katzensprung" von der A 40 zu ihrem Ziel brauchen. Das gilt auch für den Bereich der SMH und des Siemens-Technoparks.

Ziel ist - und das gilt über diese wichtige Baumaßnahme hinaus - die Angebotsvielfalt zu fördern und vor allem verbesserte Grundlagen für die neuen Arbeitsplätze zu schaffen. In dem Namen "Mannesmannallee" lebt der Name eines wichtigen Mülheimer Traditionsunternehmens fort.

Über die Jahrzehnte war Mannesmann ein positives Synonym für "Made in Germany". Röhren aus Mülheim führten bis an den Ural. Wenn auch der Name nicht mehr über den Werkstoren steht, ist doch positiv anzumerken, dass sich auf dem Gelände weiterhin wichtige Entwicklungen für die Stärkung der Mülheimer Wirtschaft vollziehen. Noch eine Bemerkung zu einem weiteren Unternehmen, dass von der neuen Verbindung ebenfalls Vorteile hat - zur Metro.

Auch von ihm gingen wichtige Impulse zur Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik aus. Hier schuf Otto Beisheim - nach einer Lehre und weiterer Beschäftigung in einem Mülheimer Unternehmen (Stöcker & Reinshagen) - den ersten "cash and carry-Markt" Deutschlands.

Hier legte er den Grundstein für einen heute weltweit agierenden Handelskonzern... ...einen "global player made in Mülheim". Nachdem ich jetzt so viel zur Wirtschaft gesagt habe, möchte ich mich nunmehr den Menschen hier im "Königreich", den Dümptenern und Dümptenerinnen zuwenden. "Wir im Königreich" nennt sich nicht umsonst die hiesige Werbegemeinschaft - die Dümptener sind also sehr stolz auf ihren Stadtteil... ...sie bringen dies sehr selbstbewusst zum Ausdruck... ...und sie engagieren sich dankenswerterweise in ihm und für ihn.

Sie tun dies (u.a.) im "Dümptener Bürgerverein", im "Verein Lebenswertes Wohnen" oder in der "BBD", für die Bürgerbegegnungsstätte Bürgermeisteramt Dümpten, um nur einige der Dümptener Vereine zu nennen.

Wenn ich mit diesem Hinweis auch ein wenig von meinem Thema abgekommen bin, so ist mir doch wichtig, dies hier mitten in Dümpten und mitten unter Dümptenern gerne und mit Anerkennung für dieses besondere Engagement festzustellen.

Und damit verbinden will ich einen Dank an die Bürgerinnen und Bürger hier "vor Ort" für die Geduld, mit der sie zeitweilige Umwege und Behinderungen durch die Bauarbeiten ertragen haben.

Zum Schluss noch einige Fakten und Termine zu dieser Baumaßnahme: Der dritte Bauabschnitt mit rund 400 Metern Länge, den freizugeben ich sogleich die besondere Freude habe, ist der vorletzte bis zur Fertigstellung der Umgehungsstraße Dümpten insgesamt.

Ein großer und wichtiger Teil der Straße ist ja bereits fertig. Begonnen wurde dieser Abschnitt im Dezember 2002. Fast wie vorgesehen ist er nach ca. 15 Monaten nunmehr fertiggestellt.

Die Gesamtkosten (Grunderwerb, Entschädigung und Baukosten) des insgesamt teuersten Abschnittes der Umgehungssstraße Dümpten belaufen sich auf rund 4,8 Mio. Euro. Davon tragen Bund und Land rund 3,3 Mio. Euro und die Stadt 1,5 Mio. Euro. Der kommende letzte Bauabschnitt wird den Ausbau der Mellinghofer Straße zwischen Denkhauser Höfe, Zechenbahn und Mannesmannallee umfassen.

Nach europaweiter Ausschreibung ist die Vergabe im Planungsausschuss am 27. April vorgesehen und der Baubeginn für den 1. Juni 2004 geplant. Ich wünsche und hoffe, dass auch dieser Bauabschnitt so gut und erfolgreich bewältigt werden kann wie die Arbeiten bisher.

Damit verbinde ich einen Dank an Planer, Bauleiter, Unternehmer und vor allem an die Arbeiter, die hier bei jedem Wetter Gutes geschaffen haben.

Wenn dann Anfang 2006 der vierte und letzte Bauabschnitt fertiggestellt sein wird, sind mit 1.750 neuen Metern für Dümpten neue Entwicklungsmöglichkeiten für den Stadtteil und darüber hinaus für unsere Stadt Mülheim an der Ruhr geschafften worden. >br> Ich wünsche uns allen auf diesem Wege dahin weiterhin viel Erfolg und ein herzliches Glückauf!"

Alles in allem sind wir sehr zufrieden, dass auch der dritte Bauabschnitt der Umgehungsstraße so zügig fertig wurde. Es bleibt zu hoffen, dass auch der letzte und vierte Bauabschnitt - von der BAB A40 Auffahrt nach Essen/Abfahrt aus Duisburg bis zur Denkhauser Höfe - genau so zügig vorwärts geht, damit im nächsten Jahr der gesamte Verkehr wieder zügig vonstatten geht.