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14 Feb 2019
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Auch zu dieser Thematik haben wir Anfang des Jahres 2003 die Kandidatinnen und Kandidaten die sich für Position zur Oberbürgermeisterin bzw. Oberbürgermeister der Stadt Mülheim an der Ruhr beworben haben, befragt.

Hier nun die Antwort von der inzwischen gewählten neuen Oberbürgermeisterin Frau Mühlenfeld (SPD): Das Gewerbegebiet Heifeskamp muss in enger Beteiligung mit den Bürgerinnen vor Ort schnellstens entwickelt werden. Die Nachteile für den Einzelhandel in der Innenstadt bzw. auf der Mellinghofer Straße ist nachgeordnet zu betrachten, weil der Stadtteil Dümpten dringend und schon seit langem eine Verbesserung der Ortskern-Infrastruktur benötigt. Eine Güterabwägung ist hier unerlässlich, alles andere ist Augenwischerei.

Herr Prof. Dr. Leidinger (CDU)ließ uns die folgenden Ausführungen zukommen: Was die weitere Entwicklung des Heifeskamps angeht, möchte ich zunächst an die erfolgreichen Schritte aus der Amtszeit von Dr. Baganz hinweisen: Sowohl die Verlagerung des Schadstoffsammelstelle ist inzwischen beschlossene Sache als auch der Bau der Umgehungsstrasse weitestgehend realisiert. Der nächste Schritt ist die zweckmäßige Gestaltung des Ortskerns.

Auch hier werden Sie meine volle Unterstützung finden. Ich halte es für dringend erforderlich, dass jeder Ortsteil die eigene Grundversorgung im "Pantoffelbereich" sicherstellen kann, und dass gleichzeitig durch die Ausbildung eines Kernbereichs mit kulturellem Angebot das "Wir-Gefühl" gestärkt wird. Vorbildlich ist aus meiner Sicht die Düsseldorfer Strasse in Saarn oder die "Neue Mitte Broich", die in diesen Tagen ihre volle Funktion aufnimmt. Die Dümptener haben es verdient, dass sich auch hier ein derartiges Ortsteilzentrum entwickeln kann, und dass die Stadt diese Entwicklung durch massive Unterstützung aktiv fördert. Dabei muss auch darauf geachtet werden, dass keine Leerstände bestehender oder zusätzlich errichteter Handelsflächen entstehen. D.h. die zulässige Nutzung muss so gesteuert werden, dass das gewünschte Ziel erreicht wird. Ein gesunder Mix zwischen kleinen Läden und Boutiquen sowie Restaurants und Kaffees ist anzustreben. Optiker, Schuster, Reinigung etc. sollten gefunden werden.

Ich werde den aktuellen Stand der Bemühungen unmittelbar nach Amtsantritt prüfen. Wie ich weiß, stehen Entscheidungen zum Bebauungsplan an, die wegweisend für die Zukunft sind. Ich werde so wichtige Dinge wie die Entwicklung Ihres Ortskerns genauestens analysieren und darauf achten, dass die Umsetzung in einem überschaubaren Zeitrahmen geschieht.

In meine Überlegungen werde ich Argumente und Impulse des Dümptener Bürgervereins und der Werbegemeinschaft Dümpten gleichermaßen wie die interessierten Dümptener Bürger mit einbeziehen, damit sich keine Lösung durchsetzt, die von den Betroffenen nicht gewollt ist.

Herr Kowitz (FDP)machte zu diesem Thema die folgenden Aussagen: Die Entscheidung zum Dümptener Fachmarktzentrum "Heifeskamp" hätte längst fallen müssen. Das Wollen ist vor Jahren vom Rat beschlossen worden, und die Hausaufgaben der Stadtverwaltung müssten längst erledigt sein und nicht erst jetzt die Verhandlungen mit der übergeordneten Düsseldorfer Bezirksregierung geführt werden. Nach meinem Kenntnisstand sind die Investoren verpflichtet, im Genehmigungsverfahren mit der Bezirksregierung nochmals Kontakt aufzunehmen. Jetzt höre ich, dass die Planung des Fachmarkszentrums "Heifeskamp" in Düsseldorf in eine Gesamtplanung des westlichen Ruhrgebiets eingebetet werden soll. Eine schnelle Entscheidung ist daher nicht zu erwarten! Ich bin der Meinung, dass der Rat der Stadt Mülheim schnellstens zum Wohle der Dümptener Bevölkerung entscheiden muss, wie der Fachmarkt aussehen und wer ihn betreiben soll. Eine Hängepartie, wie wir sie in Broich mit jahrelangem Stillstand erlebt haben, sollten wir Ihnen, den Dümptener Bürgern, ersparen.

Ich verspreche Ihnen, dass ich mich als Oberbürgermeister um eine zügige, abgestimmte und für die Zukunft sichere Entscheidung einsetzen werde. Insbesondere ist für die Bewohner der Mellinghofer Strasse darauf zu achten, dass eine Lärmbelästigung durch den Anliefer- und Individualverkehr auf ein verträgliches Maß gesenkt wird. Ein störender Anlieferverkehr direkt hinter den Wohngrundstücken mit Gärten wird deshalb von mir abgelehnt. Auch halte ich deshalb den Vorschlag, der das ganze Gebiet überplant und störende Einflüsse so weit wie möglich von der Wohnbebauung fern hält, für mehr als überlegenswert. Der Zweite, aber ebenso wichtige Aspekt ist die Schaffung eines "Forums für Dümptener". Ein Ort, zu dem man auch geht, ohne einkaufen zu wollen. Ein Ort, an dem man sich wohl fühlen kann: Sitzen - Eisessen - Sehen und Gesehen werden. Eben: Ein Forum für Dümptener. Dies sollte ein unter Einbeziehung des Dümptener Bürgervereins, der "WIK", von einheimischen Künstlern und interessierten Bürgern gestalteter zentraler Platz am/im Fachmarktzentrum "Heifeskamp" sein. Einkaufsqualität gepaart mit Lebensqualität in gewohnter Atmosphäre und unter Freunden, das ist meine Vorstellung für den "Heifeskamp".

Die folgende Antwort erhielten wir von Frau Lostermann-De Nil (B90/GRÜNE): Ziel ist es, nach dem Umzug der MEG auf das Mannesmanngelände, das frei werdende Gelände am Heifeskamp im Hinblick auf die angespannte Finanzlage der Stadt gewinnbringend zu vermarkten. Um bei dem geplanten Fachmarktzentrum Auswirkungen auf die Innenstadt zu vermeiden und das Stadtteilzentrum Dümpten an der Mellinghofer Strasse zu stärken bedarf es einer genauen Auswahl der einzelnen Branchen. Ich setze dabei auf ein gedeihliches Nebeneinander und eine verkehrliche Verknüpfung: Fußgänger und Radfahrer über eine neue Wegeverbindung am Ende der Beutherstrasse, die Buslinie 129 (mit der Taktverdichtung gemäß Nahverkehrsplan) über den kleinen Heifeskamp und den Autoverkehr über die Umgehungsstrasse. Da ganz Dümpten einschließlich Winkhausen und auch Styrum innerhalb eines Radius von 3,5 km liegen und räumlich hervorragend durch die Linie 129 erschlossen werden, ist eine An- und Abfahrt mit dem Rad und dem ÖPNV kein Problem, wenn der Lieferservice "Shop & Go" von der Innenstadt auf die Stadtteilzentren und angegliederten Gewerbegebiete ausgedehnt wird.

Bei der Errichtung des Fachmarktzentrums deutet sich ein Interessenkonflikt mit dem Eigentümer der nördlich der Umgebung liegenden Flächen an. Die Stadt darf sich jedoch nicht erpressen lassen und muss auch über eine Neuordnung des gesamten Gewerbegebietes nachdenken. Die geplante Ausbildung eines Stadtteilzentrums im Umfeld des Bürgermeisteramtes darf darunter nicht leiden.

Herr Schmitz-Post (MBI) zu diesem Thema: Wenn das MEG-Gelände schon verkauft werden muss, so muss das Verfahren transparent und nachvollziehbar sein, vor allem im Hinblick auf den Gewinn für die Stadt, sprich die Bürger, was bisher ja nicht der Fall war. Ich bezweifle jedoch die grundsätzliche Notwendigkeit eines vergrößerten Einkaufszentrum am Heifeskamp und sehe dadurch eher die Schwächung der Innenstadt, aber auch der bestehenden Geschäfte in Dümpten selbst.

Außerdem muss auch der Abwasserbetrieb berücksichtigt werden, der ja noch auf dem Gelände sitzt und dessen Zukunft noch nicht endgültig geklärt ist. Auf jeden Fall werden die WIK und der Bürgerverein vor einer Entscheidung konsultiert werden, insbesondere zu den Plänen der Investoren, die möglicherweise noch einmal geändert werden.

Mit Hilfe und Wissen Ihrer Initiative und nicht nur durch die Beratung der Verwaltung wird die Beruhigung und Attraktivierung der Mellinghofer Strasse geklärt und in die Wege geleitet, indem z. B. der Durchgangsverkehr auf die Umgehungsstrasse umgeleitet wird.

Eine Beteiligung von WIK und Bürgerverein in allen Punkten ist für mich dabei Pflicht und jederzeit wichtig. Bei konkreten Plänen wird eine Bürgerinformation stattfinden.